Facelifting

Menschen entscheiden sich für ein Facelifting aus verschiedenen Gründen. Sie wollen jünger und schöner aussehen und sie möchten ihre eigene Persönlichkeit damit unterstreichen. In der Regel ist unser Gesicht das, was andere Menschen von uns als erstes wahrnehmen. “Auf den ersten Blick” wird entschieden, ob uns unser Gegenüber sympathisch ist oder ob wir gewisse Eigenschaften wie etwa Entschlossenheit und Dynamik bei ihm erwarten. Obwohl man sich im menschlichen Miteinander nicht auf den ersten Eindruck verlassen soll, hat man es mit einem frischen, dynamischen Gesicht einfacher, Kontakt aufzunehmen und Menschen für sich zu interessieren.

Aufbau des Gesichts und Ursachen der Alterung

Das Gesicht besteht aus Kinn, Mundpartie, Nase, Wangen, Augenpartie und den Übergängen zu Haar und Hals. Aus Form und Verteilung dieser Einzelteile ergibt sich zusammen mit Wangenknochen, Nasenbein, anderen Gesichtsknochen und den für die Mimik zuständigen Muskeln das Gesicht, mit dem wir bei unseren Mitmenschen bekannt sind.

Das Gesicht altert, weil sich im Lauf der Jahre das Gewebe verändert. Der Abbau von Kollagen hat zur Folge, dass die Haut an Elastizität verliert. Die ständige Beanspruchung durch Muskelbewegung, Umwelteinflüsse und Schwerkraft tun ein übriges: Das Gewebe hängt an verschiedenen Stellen wie Wangen und Hals. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die Haut für das Gesicht eine Nummer zu groß geworden ist. Hier liegt der Ursprung der Bezeichnung “Facelifting“. Die zu groß gewordene, hängende Hülle wird durch ein Facelifting wieder auf das normale Maß beschnitten und angehoben.

Zu den Veränderungen am Gewebe der Haut kommen die Veränderungen am Unterbau: Konturbestimmende Fettpölsterchen verlagern sich mit zunehmenden Alter in die Körpermitte und fehlen im Gesicht, die tragende und formende Knochenstruktur wird abgebaut. Dieser Verlust am tragenden und strukturierenden Unterbau verstärkt noch den Effekt des erschlaffenden Gewebes der Haut.

Motive für ein Facelifting

Ein Facelifting reduziert die sichtbaren Zeichen der Alterung, indem es die Haut strafft und wieder Kontur in ein vorher erschlafftes Gesicht bringt. Vor allem Menschen, die beruflich oder privat viel kommunizieren müssen – deren Äußeres ihre Visitenkarte ist – greifen gerne auf ein Facelifting zurück, um ihren Ansprüchen an sich selbst und den Erwartungen ihres Umfelds gerecht zu werden.

Ablauf einer Facelifting-Operation

Verschiedene Gesichtsregionen

Im Facelifting werden unterschiedliche Gesichtsregionen unterschieden, die zusammen in einer Operation behandelt werden können und bei Bedarf auch zusammen ausgeführt sollten. Das Gesicht teilt sich auf in die Stirn – Hier kann das obere Facelift angewandt werden. Die übrigen Gesichtsregionen – Wangen und Hals – werden wenn nötig durch ein unteres Facelift aufgefrischt.

Operation

Für ein Facelifting im oberen Gesichtsbereich setzt der Schönheitschirurg einen Schnitt an der Haargrenze von Ohr zu Ohr. Die Haut und meist auch die Stirnmuskulatur wird gelöst, geglättet und überschüssiges Gewebe wird entfernt. Zornesfalten auf der Stirn oder zwischen den Augen können auf diese Weise erfolgreich behandelt werden.
Im unteren Gesichtsbereich verläuft der Schnitt von der Schläfe hinter das Ohr. Der Arzt kann durch diesen Schnitt dann durch diesen Schnitt das Muskel- Fett- und Bindehautgewebe anheben und neu fixieren. Die Schnitte und damit die Möglichkeit einer Narbenbildung sind klein und an schlecht einsehbaren Stellen. Bei einer zu starken Erschlaffung der Gesichtshaut muss der Hals mit einbezogen werden. Für dieses Face/Neck-Facelifting ist eine andere Operationsmethode nötig, die im Abschnitt über Halslifting beschrieben wird.

Facelifting am Unterbau des Gesichts

Wiederherstellung von Knochenstruktur und erwünschten Fettpolstern

Der Alterungsprozess im Gesicht wird nicht alleine durch erschlaffendes Gewebe hervorgerufen. Eine Veränderung der tragenden Struktur ist genauso Schuld am Verlust des jugendlichen Gesichts. Mit zunehmenden Alter wird Knochenmasse wieder abgebaut, was im schlimmsten Fall zu einer Osteoporose führt.
Der Knochenverlust an Oberkiefer und Teilen des Nasenbeins begünstigt also nochmals zusätzlich die Alterserscheinungen. Abhilfe kann ein erweiterter Facelift schaffen, der die tragende Struktur teilweise durch körpereigenes Gewebe ersetzt oder im Sinne der Schönheit günstige Veränderungen am Knochenbau vornimmt.

Minimalinvasiv – Facelifting ohne große Schnitte

Aptos-Lifting

Aptos-Lifting ist eine Lifting-Methode, die die großen Schnitte des klassischen Facelifting vermeidet und so das Risiko unerwünschter Narben minimiert. Praktisch geschieht das Aptos-Lifting minimal-invasiv durch Einstiche in die Haut unter örtlicher Betäubung. Die Vermeidung von großen Schnitten bewirkt einerseits, dass Sie schon nach 2-3 Tagen wieder voll einsatzfähig sind. Andererseits kann aufgrund von Alterungserscheinungen überschüssiges Hautgewebe ohne Schnitte nicht entfernt werden. Das Aptos-Lifting ist deshalb nur für vergleichsweise wenig gealterte Gesichter einsetzbar.

Ablauf eines Aptos-Lifting

Vor jeder Operation steht eine gute Planung. Der Schönheitschirurg entscheided zusammen mit dem Patienten, welche Gesichtspartien angehoben werden sollen und welches Ausmaß die Straffung nach Abschluss der Operation angestrebt wird. Die Erfahrung und das Wissen des Schönheitschirurgen lässt nun ein Bild von Linien auf dem Gesicht entstehen, nach deren Verlauf Aptosfäden unter die Haut ins Bindegewebe eingeführt werden. Je nach gewünschter Straffung sind diese Linien vor der Operation mehr oder weniger durchhängend.
Die mit Hilfe von speziellen Kanülen eingeführten Fäden werden dann an beiden Fadenenden gezogen und gekürzt – das Ergebnis ist ein deutlich jüngeres Gesicht! Nach der Operation verbleiben die Aptosfäden unter, in ihrer Umgebung wird die verstärkte Neuproduktion von Bindegewebe angeregt.

Steckbrief Facelift – Gesichtslifting – Facelifting

Ziel des Eingriffes: Die locker gewordenen Gesichtsweichteile an Wangen, Kinn und Hals werden gestrafft und neu positioniert, indem überschüssiges Fett entfernt, die Muskulatur gestrafft und die überschüssige Haut reseziert und remodelliert wird. Der Umfang und die Technik wird individuell abgestimmt.

Behandlungsdauer: 2 bis 3 Stunden

Betäubung: Vollnarkose oder örtliche Betäubung mit Dämmerschlaf.

Ambulant oder stationär: In der Regel ambulant

Nach der Behandlung: Schwellung, vorübergehendes leichtes Taubheitsgefühl, Spannungsgefühl. Auf enge Verbände wird nach der Operation verzichtet. Die Narbe verläuft in der Schläfenregion im behaarten Bereich, geht vorne in den äußeren Gehörgang hinein, um das Ohrläppchen herum und verschwindet hinter dem Ohr.

Risiken: Infektion, vermehrte Blutung, Wundheilungsstörung, überschießende Narbenbildung, Zerrung von Nerven, die die Gesichtsmuskeln versorgen mit vorübergehenden  Lähmung,

Erholungszeit:  Gesellschaftsfähigkeit besteht wieder nach 10 bis 14 Tagen. Sportliche Aktivitäten können nach 4 Wochen wieder aufgenommen werden. Die Narben sollten keiner Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden. Die Haltbarkeit dieses Eingriffes beträgt etwa 10 Jahre und ist von den individuellen Hautverhältnissen oder auch von Sonnenbestrahlung, Gewichtsveränderungen und individueller Lebensweise abhängig. In seltenen Fällen ist eine frühzeitige Wiedererschlaffung möglich. Der Eingriff kann wiederholt werden.

Risiken eines Facelifting

Ein Facelifting findet unter Vollnarkose statt, sofern die Operation nicht nach den modernen minimalinvasiven Methoden durchgeführt wird. Ein Risiko, dem sich die Patienten aussetzen, ist das Narkose- oder Operationsrisiko. Damit sind mögliche Komplikationen gemeint, die bei jeder Operation auftreten können. Zu nennen sind mögliche Infektionen nach der Operation oder Komplikationen während der Narkose, die in äußerst seltenen Fällen auch heute noch tödlich enden.
Außerdem kann es zu folgenden in einer Schönheitsoperation möglichen Risiken kommen:

  • Nerven können vorübergehend oder endgültig geschädigt werden.
  • Starke Blutungen, die sich aber meist schnell unter Kontrolle bringen lassen.
  • Länger andauerndes Spannungsgefühl in der Haut
  • Nekrose von Gewebeteilen. Durch schlechten Operationsverlauf kann die nachherige Blutversorgung von Gewebe gestört sein.
  • Vorübergehende oder bleibende Hautschäden. Ursache sind Desinfektionsmittel, die Einwirkung der Operation oder falsch angewandter elektrischer Strom.
  • Veränderung des Haaransatzes. Bedingt durch die Schnitttechnik muss mit dieser Erscheinung gerechnet werden, die von Fall zu Fall aber auch gewollt sein kann.

Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Komplikationen ist allgemein sehr gering und hängt insbesondere von der Wahl des richtigen Arztes mit der geeigneten Behandlungsmethode und der Verfassung des Patienten ab.

Alternativen zum Facelifting

Botox

Botulinumtoxin – kurz: Botox – ist der Giftstoff, der eine Lebensmittelvergiftung hervorruft. Der Giftstoff wirkt, indem er die Signalübertragung des Nervensystems hemmt. Die Folge ist eine Muskellähmung, die beim Wirken auf die Atemmuskulatur tödlich enden kann. Der Tod tritt nicht direkt durch das Gift ein, sondern indirekt durch Ersticken.
Botox ist aber kein Zellgift, die gelähmten Muskelzellen leben weiter. Diesen Effekt nutzt die Botoxbehandlung aus und lähmt die Gesichtsmuskulatur, die Mimikfalten hervorruft. Durch die Lähmung wird das Gewebe im Gesicht entlastet und Falten verringern sich. Die Wirkung von Botox ist zeitlich begrenzt. Das Nervensystem versucht fortwährend die Lähmung auszugleichen und nach einigen Monaten sind die alten Verbindungen wieder hergestellt und Mimikfalten können in erschlafftem Gewebe erneut auftreten.

Cremes und Tinkturen

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von Cremes und Tinkturen, die eine Verringerung von Gesichtsfalten versprechen. Diese Cremes wirken auf verschiedene Arten:

  • Auffüllung der Haut mit Feuchtigkeit. Feuchtigkeit vergrößert das Volumen der Haut insgesamt. Falten, die sich in den oberen Schichten zeigen, werden durch das vergrößerte Volumen verdeckt (Wasserballoneffekt)
  • Peeling. Die Haut besteht in den obersten Schichten aus abgestorbenen Zellen. Eine Entfernung der oberen Schichten kann kleinste Falten optisch wieder verschwinden lassen. Bei größeren Falten ist Peeling natürlich wirkungslos.
  • Versorgung der Haut mit Nähr- und allerlei Wunderstoffen. Das Hautgewebe wird durch Blut mit Nährstoffen versorgt und Abfallprodukte des Stoffwechsels werden über die Blutbahnen wieder abtransportiert. Eine Versorgung des Hautgewebes durch Eimassieren ist nicht möglich – Man mache nur mal das Gedankenexperiment, dass in der Haut ja ein Stoffwechsel stattfindet. Einmassierte Nährstoffe würden durch Hautzellen verwertet werden und am Ende dieses Stoffwechsels stehen Abfallprodukte. Die Hersteller von Wundercremes erwähnen aber mit keiner Silbe die Notwendigkeit, Stoffwechselprodukte auch wieder abzutransportieren. Auch sogenannte “Wundercremes” wirken nur durch die beiden zuerst genannten Punkte: Feuchtigkeit und Peeling.